Hessische Biografie
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GND-Nummer
118614584
Simson, Martin Eduard Sigismund von [ID = 18652]
- * 10.11.1810 Königsberg (Preußen) heute Kaliningrad (Russland), † 2.5.1899 Berlin, jüdisch; evangelisch
Prof. Dr. jur. – Politiker, Parlamentarier, Tribunalrat, Professor, Reichstagspräsident, Reichsgerichtspräsident - Andere Namen ↑
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Geburtsname:
Simson, Martin Eduard* Sigismund
- Wirken ↑
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Werdegang:
- Sohn jüdischer Eltern
- 1823 Übertritt zum evangelischen Glauben (die Eltern folgten kurz darauf)
- Hausunterricht, dann Besuch einer Privatschule und des Gymnasiums in Königsberg, dort 1826 Reifeprüfung
- anschließend bis 1828 Studium der Nationalökonomie und Rechte an der Universität Königsberg
- 1829 juristisches Staatsexamen und Promotion zum Dr. jur.
- anschließend Studienreise durch Deutschland, unter anderem Begegnung mit Goethe in Weimar
- 1831 Privatdozent in Königsberg
- 1832 Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger
- 1833 außerordentlicher Professor an der Universität Königsberg, ab 1834 zugleich Hilfsarbeiter am Tribunal
- 1836 ordentlicher Professor der Rechte an der Universität Königsberg
- 1846 Tribunalrat in Königsberg
- November 1848 Reichskommissar im Streit zwischen der preußischen Nationalversammlung und dem preußischen Staatsministerium
- April 1849 Anführer der Kaiserdeputation der Deutschen Nationalversammlung
- 1848/49 Mitglied der Deutschen Nationalversammlung
- Oktober-Dezember 1848 Präsident der Frankfurter Nationalversammlung und Führer der deutschen Kaiserdelegation (1849)
- 1855/56 Prorektor der Universität Königsberg
- 1860 Vizepräsident des Appellationsgerichts in Frankfurt (Oder), 1869 dessen Präsident
- 1849-1852 Mitglied der preußischen Zweiten Kammer, 1859-1867 Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses
- 1867-1874 Präsident des Reichstages des Norddeutschen Bundes (für den Wahlkreis Frankfurt/Oder 4) bzw. des Deutschen Reichstages
- Dezember 1870 Anführer der Kaisedeputation im Reichstag
- 1879-1891 Präsident des Reichsgerichtes
- während eines Aufenthalts in Frankfurt am Main im Haus des Malers Moritz Oppenheim (1800-1882) wohnend
- 1885-1899 1. Vorsitzender der Goethe-Gesellschaft
- 1888 preußischer Adelsstand
- 1891 Ruhestand
- Ehrenbürger der Städte Frankfurt am Main, Frankfurt (Oder), Königsberg und Leipzig
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Netzwerk:
- Oppenheim, Moritz* Daniel <Freund>, geboren Hanau 7.1.1800, gestorben Frankfurt am Main 26.2.1882, jüdisch, Maler, Professor
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Lebensorte:
- Königsberg (Preußen); Frankfurt am Main
- Familie ↑
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Vater:
Simson, Zacharias Jakob, GND, 1785–1876, jüdisch, aus Königsberg, Kaufmann und Wechselmakler in Königsberg
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Verwandte:
- Friedländer, David <entfernter Verwandter>, Eduard Simsons Mutter war eine Nichte von Friedländer
- Bernhard Simson <Sohn>, 1840-1915, Professor der Geschichte in Freiburg
- Nachweise ↑
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Literatur:
- Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 54, Leipzig 1908, S. 348-364 (Herman von Petersdorff)
- Neue deutsche Biographie, Bd. 24, Berlin 2010, S. 451-453 (Andreas Thier)
- Sebastian Martius, Simson, Eduard (von), in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe) (9.12.2016)
- Haunfelder/Pollmann, Reichstag des Norddeutschen Bundes 1867–1870. Historische Photographien und biographisches Handbuch, Düsseldorf 1989, S. 309, 470
- Arnsberg, Die Geschichte der Frankfurter Juden seit der Französischen Revolution, Bd. 3, Darmstadt 1983, S. 429 f.
- Zitierweise ↑
- „Simson, Martin Eduard Sigismund von“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/118614584> (Stand: 10.2.2025)