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Grafik: APA
Wien - Ab Juli 2008 sind im Konzern der Erste Bank alle lokalen Banken - also die Erste Bank Österreich und ihre Schwesterbanken in Zentral-Osteuropa - gleichrangig einer Holdinggesellschaft unterstellt. In vier Wochen bereits, also im Juli 2007, tritt für ein Jahr lang eine Übergangsstruktur in Kraft. Operativ wird die Abspaltung des Österreich-Retailgeschäfts von der Erste Bank AG schon vorweggenommen, rechtlich wird die "Österreich-Bank" erst per Mitte 2008 ausgetöchtert. Die bisherige börsenotierte Großbank fungiert dann als börsenotierte Bankenholding - als "Erste Group Bank (Holding)".

Zielstruktur ab 2008

Erste-Bank-Konzernchef Andreas Treichl hat am Donnerstag bei der Jahreshauptversammlung die Übergangsstruktur per Juli 2007 und die Zielstruktur ab 2008 vorgestellt. Die neue Holding werde organisatorisch schon zum 1. Juli 2007 ins Leben gerufen, sagte Treichl. Für ein Jahr gebe es zwar noch keine rechtliche, aber eine "faktische" Holding.

Ab 1. Juli 2007 wird das operative Österreich-Geschäft getrennt von den Konzernfunktionen geführt, aber noch innerhalb der bestehenden Rechtsform, der Erste Bank AG. Chefin des Österreich-Geschäfts wird Treichls bisherige Stellvertreterin Elisabeth Bleyleben-Koren, ihre beiden Co-Vorstände in der Österreich-Sparte sind Peter Bosek und Thomas Uher.

Sobald die Jahreshauptversammlung für das Geschäftsjahr 2007 im Frühjahr 2008 die gesellschaftsrechtliche Abspaltung gebilligt hat, tritt die Zielstruktur in Kraft. Die börsenotierte Konzernholding heißt dann nachheutiger Mitteilung "Erste Group Bank (Holding)".

Das Vermögen der Aktionäre - also die Aktie - ist von der Neuorganisation nicht betroffen, wird betont. An der Börse notiert wird die künftig als Holding geführte Großbank sein, darunter wird eben "ausgetöchtert".

In der Holding selbst werden konzernweite Funktionen wie Risikomanagement, Strategie, Personalentwicklung, Kapitalmarkt, Corporate Finance & Investment Banking, Organisation/IT und Abwicklung sowie Finanzen konzentriert. Unter dieser Holding hängen dann die einzelnen Banken der Gruppe in Österreich und in Ost- und Südosteuropa.

Änderungen an der Konzernspitze

Wie berichtet gehen der bisherige Finanzchef Reinhard Ortner und IT-Chef Erwin Erasim jetzt Mitte 2007 in Pension. Neu ziehen in diesen Tagen drei Vorstände ein. In der neuen Struktur werden in der Holding sechs und in der von Bleyleben-Koren geführten Österreich-Bank (Erste Bank, Austria) drei Vorstände tätig sein.

An der Spitze der Holding steht Konzernboss Andreas Treichl, seine Kollegen dort sind Johannes Kinsky, Peter Kisbenedek, Franz Hochstrasser, Herbert Juranek und Bernhard Spalt.

Treichl verteidigte den Konzernumbau, nachdem die Bank zehn Jahre lang in unverändterter Struktur geführt worden war. Nach den milliardenschweren Akquisitionen in Osteuropa ist dem Vorstandschef der geltende Konzernaufbau zu eng geworden. Er verspricht sich damit mehr Transparenz und Übersichtlichkeit. Künftig ist auch aufgrund der Struktur auf einen Blick zu sehen, wer wieviel verdient.

Durchdivisionalisieren und "alles nach oben fusionieren" will Treichl nicht, sagte er am Donnerstag vor 1.200 Aktionären im Wiener Austria Center. Wer das vorziehe, müsse sich UniCredit-Aktien kaufen.

Dividende

Die HV der börsenotierten Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG hat außerdem die Dividende für 2006 in der Höhe von 0,65 Euro je Aktie beschlossen. Sie liegt knapp 20 Prozent über der für das Geschäftsjahr 2005 ausbezahlten Dividende (0,55). Zahltag ist der 6. Juni 2007.

Am h31. Mai endeten die Aufsichtsratsmandate von Josef Kassler, Heinz Kessler und Lars-Olof Ödlund. Kassler und Ödlund schieden aus dem Aufsichstrat aus. Statt ihnen zogen heute Jack Stack, der sein Mandat als Chef der Erste Bank-Tochter Ceska Sporitelna Ende Mai zurückgelegt hat, sowie der Investmentbanker Brian D. O'Neill in den Aufsichtsrat ein. Aufsichtsratschef Kessler wurde wie angekündigt verlängert. (APA)