[705] Landwirthschaft, Oekonomie, das Gewerbe, das nutzbare Pflanzen baut und nutzbare Thiere zieht, wobei nach der natrlichen Beschaffenheit der eine oder andere Erwerbszweig vorherrschen kann. Man unterscheidet 3 Stufen: den mechan. Betrieb, auf die Ausbung der hergebrachten Methode zu arbeiten beschrnkt; den kunstmigen Betrieb, der das von Andern Erlernte anwendet, ohne den Grund des Verfahrens zu kennen; den rationellen, der sein Verfahren auf die systematische Zusammenstellung aller einzelnen Erfahrungen mit Erkenntni der Ursachen und Wirkungen grndet. Die L. kann je nach Umstnden mit Forstwesen, Gartenbau, Jagdnutzung. Fischerei, Torfgrberei, Ziegelbrennerei, Kalk- u. Gypsgrberei und -Brennerei verbunden sein, ebenso mit andern einschlagenden Gewerben: Kserei, Flachsspinnerei, Leineweberei, Branntweinbrennerei, Rbenzuckerfabrikation etc. Da die alten Griechen, Rmer, Carthager etc. rationelle L. betrieben, ist unbestreitbar; im Mittelalter fand sich die rationelle L. nur in Italien, die neuere bildete sich in England aus, dem Belgien, Deutschland, die Schweiz, neuestens theilweise auch Frankreich nacheifern. Die landwirthschaftlichen Schulen u. Vereine erweisen sich als wesentliche Frderungsmittel der rationellen L. Die bekanntesten Schriftsteller ber L. sind: Thr, Schwerz, Pfaff, Fellenberg, Koppe, Fraas, Weckherlin etc.; eine Geschichte der deutschen L. haben wir von Anton.