The Other Woman
Die in Manhattan lebende 20-jährige Anwältin Emilia Greenleaf, verliebt sich Hals über Kopf in ihren Boss. Kurz darauf ist sie schwanger und eine Erfahrung reicher, denn ihr Boss Jack Woolf ist verheiratet und hat einen Sohn. Jack ist zwar so gut wie geschieden, doch Problem über Problem überschattet die gerade aufblühende Liebe. Erst recht, als Emilias Baby stirbt und Jacks Sohn sie allen Hass spüren lässt, den ein Kind einer Stiefmutter gegenüber nur aufbringen kann.
Darsteller:
Natalie Portman (Emilia Greenleaf), Scott Cohen (Jack), Lisa Kudrow (Carolyn), Charlie Tahan (William), Lauren Ambrose (Mindy), Michael Cristofer (Sheldon), Debra Monk (Laura), Mona Lerche (Sonia), Anthony Rapp (Simon), Kendra Kassebaum (Sharlese), Elizabeth Marvel (Pia), Mary Joy (Marilyn), Maria Dizzia (Jaime Brennan)
Regie:
Don Roos
- Originaltitel:
- Love and Other Impossible Pursuits
- FSK:
- ab 6
- Länge:
- 119 min
- Premiere:
- 16. September 2009 (Toronto Film Festival, Kanada)
- Genre:
- Drama
- Land:
- USA
Kritik
Plötzlicher Kindstod und eine Familie nahe dem Zusammenbruch: The Other Woman ist das Porträt einer ungeliebten Person, die wieder Lebensmut fassen muss. Aber doch bitte mit mehr Verve, denn die trantütige Inszenierung lässt uns ihr Schicksal egal werden! Ein Belegfilm für den Hype um Natalie Portman.
Natalie Portman hat in ihrem Leben bisher so ziemlich alles richtig gemacht. Schon mit 13 Jahren wurde sie für die Hauptrolle in Leon - Der Profi entdeckt, weitere Filmengagements wie in Überall, nur nicht hier folgten bis Ende der 90er. Ihre schulische Ausbildung zog sie nebenher durch, schloss 2003 gar ihr Psychologie-Studium an der Elite-Universität Harvard erfolgreich mit dem Bachelor ab. Ihre Karriere konnte sie 2011 mit dem Oscar für die beste Hauptrolle in Black Swan krönen, am Set kam sie mit ihrem Tanzlehrer zusammen, von dem sie jüngst ein Kind bekam. Ihr Leben ist bisher viel makelloser und glitzernder als es Hollywood jemals sein kann.
Und doch lag The Other Woman, ein wenig populärer Independent-Film mit ihr in der Hauptrolle, beinahe zwei Jahre auf Eis. 2009 unter dem Titel "Love and Other Impossible Pursuits" auf dem Toronto Film Festival gelaufen, startete das Familiendrama erst Anfang 2011 in wenigen US-Kinos. Das Warum?, welches sich dazu stellt, kann schnell beantwortet werden: Ein wenig populäres Thema (junge Mutter verarbeitet plötzlichen Kindstod), außer Lisa Friends Kudrow in einer Nebenrolle keine weiteren Stars. Erst im Zuge des Oscar-Buzz und des Hypes um Natalie Portman sahen die Verleiher ihre Vermarktungschance.
Dabei weist The Other Woman so wenig Widerhaken auf wie die Karriere der Oscar-Preisträgerin. Emilia (Portman) kommt mit ihrem Kollegen Jack (Scott Cohen) zusammen. Emilia bekommt von ihm ein Kind, das jedoch vier Tage nach der Geburt stirbt. Fortan spielt sich ihr Leben zwischen Jacks Sohn William und dessen Ex-Frau Carolyn (Lisa Kudrow) ab, die keine Gelegenheit auslässt, gegen ihre Nachfolgerin zu stänkern. Wie versöhnlich trotzdem alles enden wird, kann man sich denken.
Verarbeitung des Traumas, Annäherung, Akzeptanz: es menschelt gar sehr in The Other Woman. Zu allem Überfluss muss Emilia auch noch ertragen, dass ihre geschiedene Mutter wieder mit ihrem sexsüchtigen Vater anzubändeln gedenkt. Das Ergebnis wäre ein rührseliger und austauschbarer Problemfilm, wenn denn Natalie Portman nicht wäre. Ihr gelingt es mit ihrer tränenreichen Performance, ab und an sogar zu berühren und etwas von der gediegenen Langeweile abzulenken, die in diesem Porträt der Upper Class an der Upper East Side Manhattans vorherrscht. Die ausgefochtenen Probleme verlieren zunehmend ihre Tiefe, wirken zuweilen überdramatisiert. Ein verwässertes Familiendrama, welches einzig durch Natalie Portmans Anwesenheit immerhin um eine empathische Komponente bereichert wird.