pabloundtrish - Kommentare
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Alle Kommentare von pabloundtrish
Ich fand den Film nicht ansatzweise stilecht mittelalterlich, vor allem in puncto Vokabular. Das warf mich so ein bisschen raus. Immer so einen Satz viel zu modern, den nächsten viel zu bemüht altmodisch. Vermutlich typisch Hollywood, aber es kann auch sein, dass die Deutsche Synchro das Problem darstellt.
Aber darüber hinaus gab es soweit eigentlich nichts zu meckern. Es mag ne leichte Hochglanz-Komödie sein, aber eine von der Sorte, die man theoretisch immer wieder gucken könnte.
Die Spielereihe um Baldur's Gate und Co. kenne ich noch nicht, aber kann mir bei manchen der Insider vorstellen, wie sie gemeint sind. Besonders die Fähigkeiten und Kreaturen gefielen mir außerordentlich gut. Sie sind gerade nicht, was man sich unter "Höhlen und Drachen" vorstellt, sondern sehr originell.
Die Story war hingegen nur das Übliche - Auserwählter kämpft sich von A nach B, sonst geht die Welt unter. Das ist ja manchmal nicht schlecht. Nur eben leider eher vorhersehbar, als spannend.
Schauspielerisch gefiel mir natürlich Michelle Rodriguez, welche mit an die 50 besser kämpft, als alle anderen zusammen. Sie wertet alle Actionfilme auf, glaub, wegen ihr habe ich den überhaupt geguckt. Und als weiteres Highlight definitiv Hugh Grant, der hier sehr gut den arroganten Fiesling spielt. Hatte ihn damals in den 90ern in eher unaufgeregten Rollen gesehen und wusste noch gar nicht, dass er sowas kann. Aber auch allgemein gefiel mir die Besetzung sehr gut.
Das Thema und die Machart sind mal so ein bisschen was anderes, wenn auch nicht wirklich relevant. Die knapp zwei Stunden wohnt man halt einer polizeipsychologischen Vernehmung in den 20er Jahren bei. Worüber aber völlig zurecht alle sprechen, ist freilich Götz George. Obwohl er da sozusagen nur am Tisch sitzt, wüsste ich jetzt von keiner besseren schauspielerischen Leistung. Mich hat es komplett begeistert, mit was für einer Selbstverständlichkeit er die ganze Zeit in dieser vielschichtigen Rolle ist. Kann den Film jedem, der sowas zu schätzen weiß, sehr empfehlen.
(Spoiler)
Nur wenige Filme, die in Richtung True Crime oder überhaupt wahre Begebenheiten gehen, vor allem, wenn es sich "nur" um so einen Fall dreht, schauen sich so aus einem Guss. Die Charaktere sind authentisch gezeichnet, auch zusammen in der Familiendynamik. Zunächst hat man da Alltags-Situationen, spaßige Dialoge und derlei Sogkräftiges. Das Kind mit seiner Kinderlogik.
Dieses wird ihr dann ja leider genommen und auf das Verbrechen selbst lastet noch dies und das. Etwa die ganzen Maulhelden und Sprücheklopfer, die sich in allerlei Fantasien wälzen, was sie mit dem Täter anstellen würden, dann aber doch nichts tun. Oder sich in den Alltag wieder einzufinden / ihn überhaupt noch einschätzen zu können sowie den Glauben an die Menschheit wieder zurück zu gewinnen.
Dann sucht sie da immer weiter und weiß gar nicht wonach, macht halt so eine Sache nach der nächsten und ja, je länger der Film geht, desto besser kann man sich vorstellen, wie es ist, ein Kind zu kriegen und es wieder zu verlieren. Das ist sehr gut gefilmt mit einem beklemmenden Timing, ungemütlicher Musik und allem, was dazu gehört. Nicht zuletzt Angela Schmids One Woman Show, die sowas wie Adjani in Possession ist. Nur mit nem tieferen Sinn.
Habe ihn zwar bisher nur in recht niedriger Auflösung im YouTube-Netzkino geschaut, aber nach aktuellem Stand zumindest finde ich, er ist, wie ein ordentliches Drama sein sollte. Meine Erwartungen wurden tatsächlich weit übertroffen.
(Spoiler)
Bei 5 Punkten gehe ich noch mit, dann ist der Prügel aber auch gut bezahlt. Habe den Eindruck, viele orientieren sich bei der Bewertung eher am 2020er Disney-Niveau, als an Filmen an sich. Kann man ja auch so machen, jeder, wie er meint^^ Mein Milele war er jetzt nicht.
Das Beste vorweg - die Farbgestaltung genoss ich ebenfalls sehr. Darin ist der Film herausragend, setzt womöglich sogar Maßstäbe in seinem Genre. Kameraführung war ebenfalls top. Am zweitbesten gefielen mir teilweise Stimmung und Atmosphäre, also unterhalten kann der Film ganz gut und auch die Musik geht fit. Relativ lustige Nebenfiguren gab es.
Aber so richtig schlecht fand ich zum Beispiel die Story. Die kam sehr wirr und überladen. Löwen jagen andere Löwen, jeder hat besondere Kräfte, in jedem wohnt jemand anderes und bla.
Warum denken Timon und Pumba die ganze Zeit, sie kämen in einer Geschichte vor, bevor Simba auf sie im Dschungel trifft? Und was ist so rätselhaft daran, wer Taka ist? Mufasas Bruder wird wohl Mufasas Bruder sein - also Scar?
Irgendwie war das alles sehr gezweckt. Auch diese künstliche Lovestory und wie sie sich alle kennenlernen. Kein Tier will kämpfen, Mufasa sagt sinngemäß "doch, kämpft" und plötzlich sehen sie das ein und er ist trotz seiner Streuner-Herkunft König, weil er die Tiere zusammenführen konnte. Ohje. Und vor allem sagt er, sie sollen kämpfen, weil sie zusammen unbesiegbar wären, sagt aber auch, wenn sie den Löwen nicht helfen, sind sie als nächstes dran. Das ist doch genau das Gegenteil voneinander. Wer schreibt sowas? Also Disney parodiert sich halt mal wieder so richtig selbst, meines Erachtens. Das ist längst nicht mehr König der Löwen und auch nicht König der Löwen 2 Niveau.
Auch war mir das zu zäh und dialoglastig. Und alles so oft wiederholt, die ganzen Begriffe, Pläne und so. Recht anstrengend. Obwohl auch zwischendrin ein paar gute Dialoge kamen. Am Geilsten war "Es ist leicht, alles anzuzweifeln, wenn man nichts weiß" 😂 Na ja, Rafiki war schon damals der Beste 👌🏼
Früher hingegen waren Filme vielseitig, weil sie es konnten. Da hält Disney dran fest und überschätzt sich. Dieser Film kann passabel unterhalten und sowas Abenteuerliches auslösen, aber er denkt, er müsste gleichzeitig auch Drama, Action, Romanze und sonstwas alles versuchen. Auf so ne ganz wirre und wilde Art, als wollte man die Kriterien eines Disneyfilms nach und nach abhaken. Und das zündet (mal wieder) nicht.
Sicher unter anderem auch wegen der Animation. Die ist zwar um Längen besser, als noch beim Aladdin Live Action Remake, aber erstens ZU detailliert, so dass sich die Charaktere fast noch künstlicher und menschlicher anfühlen, als damals beim KDL Zeichentrick.
Und zweitens ist es quasi mal mehr, mal weniger gut animiert. Oft bewegen sie sich alle bis auf ein zwei Details synchron / leicht zeitversetzt. Oder sind ganz steif bis auf ein Detail, insbesondere die Statisten. Die Lippenbewegungen sind generell sehr merkwürdig, auch bei Mufasa und Co. Dann geht das 3D stellenweise in eine übertriebene Tiefe. In manchen Szenen sehen sie aber wiederum fast wie echte Löwen aus.
Es guckt sich alles quasi wie ein PS3 / XBox 360 Spiel, was so ein bisschen hochskaliert wurde. Was soweit schon in Ordnung ist, bin da weit Schlimmeres gewohnt, auch aus dem Hause Disney. Aber man steckt da nach meinem Dafürhalten noch sehr in der Entwicklungsphase. Pixarfilme schauen sich beispielsweise runder. Es sei denn, man konzentriert sich auf die Landschaft, denn die ist ja soweit top. Also als Deko zum nebenbei auf einer Gartenparty oder so laufen lassen lohnt sich Mufasa sicher. Man versteht, was gemeint ist und ist gespannt, was da in Zukunft möglich sein wird. Oder vielleicht brauche auch einfach ich noch Zeit, mich an sowas zu gewöhnen.
Aber irgendwie sind die Figuren auch per se nicht mehr so catchy, wie beim Original. Dieses hatte man ja gefühlt schon geliebt, bevor man es gesehen hatte. Und sich dann direkt fünfmal angeschaut, wenn es reicht. Und hier das ist so blass dagegen. Eigentlich relativ unnötig. Fand auch die Attitüde übertrieben, wie sie in einer Tour fauchen und knurren. Mag sein, dass es beim Original auch so war, aber wenn, dann wenigstens passender eingebunden.
Das erste Live-Action kenne ich noch nicht. Keine Ahnung, wie es daneben ausschaut. Im Endeffekt versuchte man mit Mufasa, ein Prequel zum ersten König zu kreieren. Das war schon ne echt schöne Idee und sie ist teilweise gut umgesetzt. Dieser Trip durch die verschneiten Berge und so. Wenn man sein Hirn abschaltet und in Stimmung für erstaunlichen Unsinn ist, kann man ihn durchaus als Beitrag zum König der Löwen Epos mitnehmen. Es ist schon was. Aber es braucht dringend ein Remake.
Durchaus hätte es auch schlimmer kommen können. Immerhin hat man ganz originelle Verfolgungsjagden, ein paar gelungene Gags und auch der Coolnessfaktor passt, nicht zuletzt dank des Soundtracks. Teilweise macht der Film echt Spaß. Trotzdem ist es ein dummer Film mit einer dummen Story und vieles hat man so ähnlich, oder auch genau so, schonmal gesehen.
Die typische Netflix-Mischung aus ständig betonen, wie neu und anders alles heutzutage ist, als müsste man das betonen, wenn es so wäre (sprich, politischer Erziehung) und auf der anderen Seite Schauspielern, die seit Jahrzehnten im Ruhestand sein müssten und das wahrscheinlich auch seit Jahrzehnten sind:D
Mit Ausnahme von Eddie Murphy, der tatsächlich wie damals ist. Dann kam nun die Tochter hinzu, die fand ich anfangs nervig, wo sie nur am Meckern war. Aber dann so im Einsatz machte sie ne echt gute Figur.
Es sah alles sehr studiomäßig aus, komisches Pacing, künstlicher Look, die Passanten greller und bunter, als die Hauptdarsteller. Kam nicht so aus einem Guss, wie die alte Trilogie und auch der ganze Charme reduzierte sich irgendwie auf Eddie Murphy selbst. Mal wieder so ein Film, der sowohl Lob, als auch Kritik verdient, verstehe da beide Lager. Aber im Endeffekt kann man ihn sich durchaus mal geben.
Der erste Phoenix-Joker sagte mir leider nicht so zu, er war für mich die typisch schwächelnde Einleitung einer DC-Reihe. Verstand den Hype darum nie.
Glücklicherweise hat sich da Einiges entwickelt. In erster Linie handwerklich, musikalisch und vom nun minder aufdringlichen, doch umso überzeugenderen Schauspiel geht er deutlich mehr in die Tiefe. Ihm gelingt mehr von dem, woran der Vorgänger scheiterte. Stellenweise sogar inhaltlich.
Eigentlich bin ich mehr eine lösungsorientierte Person, kein Fan des großen Traras wie heutzutage in Hollywood üblich. Normalerweise finde ich, dass es Volksverblödung ist, wenn Menschen wie kleine Säuglinge so extrem auf ihre Gefühle reduziert werden. Und auch hier hätte er halt zweimal fliehen können, wollte er aber nicht. Schon dämlich.
Auch weiß er nicht, wem er vertrauen kann, ob er leben möchte und wenn ja, was er vom Leben will oder auch nur, wer er eigentlich ist. Wie sich im Film herausstellt, unter anderem, weil er einen sehr niedrigen IQ hat. Was mich angesichts dessen, wie man den Joker kennt, genauso überrascht, wie sein verlorener Wille. Dieses alles auf den Kopf stellen kennt man ja leider schon aus dem ersten Teil, genau wie dieses immer alles tot zu erklären. Den Lego-Filmen verzeihe ich das. Bei DC selber verstehe ich nicht, worauf man mit sowas hinaus möchte. Außer, es ist noch übertriebener und mit ganz neuer Logik und so, wie in den Elseworld-Comics. Aber so ist irgendwie Käse.
Dass es um so Details wie seine Vergangenheit, all die Witze und so geht, gefiel mir hier allerdings sehr gut. Einerseits würde man gerne zum Joker durchdringen, andererseits ist das nicht wirklich möglich. Alleine ihn zu verstehen ist gar nicht so einfach. Und doch fühlt man trotzdem oder gerade deswegen mit ihm mit. In dieser Situation auf seine Hinrichtung zu warten, ist schon ein Grund für schlechte Laune. Irgendwie passt das grenzenlos Quenglige in diesem speziellen Fall. Auch wenn es sich hier und da aufhebt, denn nicht nur der Joker, sondern auch seine Autoren scheinen nicht wirklich zu wissen, wo die Reise hingehen oder was es überhaupt alles darstellen soll.
Gleichermaßen bin ich absolut kein Fan ausführlicher Gerichtsfilme, auf dieser Ebene langweilte ich mich. Wenn einem so ne Bulette an's Ohr gequatscht wird, auch noch in solch einem züchtigen Raum. Auch wenn zwischendurch jemand lustig Angezogenes Grimassen schneidet, kann man mich damit ein bisschen jagen.
Jedoch ist es auch ein Gefängnisdrama mit Musical-Einlagen und sowas funktioniert für mich hingegen immer hervorragend. Zum Beispiel bei Sucker Punch, Dancer in the Dark oder auch American Horror Story (der Serie, aufgrund derer ich bereits erahnte, dass Lady Gaga eine prima Harley Quinn abgeben würde). Das ist immer so ein schön surrealer, bizarrer Gegensatz, den man sehr fühlt. Gibt viel zu wenig davon.
Alles in allem ist es tatsächlich der beste Joker-Film. Bei diesem zweiten Teil stimme ich zu, dass er exquisit verkörpert ist. Locker so gut, wie von Heath Ledger, wenn nicht sogar besser. Außerdem ist es der dramatischste und traurigste DC-Film, den ich je gesehen habe. Und dies, obwohl er eher minimalistisch gehalten ist. Sehr authentisch wirkt er abzüglich erwähnten Themas, dass er nicht mehr wirklich der Joker ist, ebenfalls.
Man könnte fast sagen, allmählich kommen wir wieder beim Mann der lacht raus, diesem Film, welcher Bob Kane zum Joker inspirierte. Also objektiv gesehen ist das schon ein Meisterwerk. Hat mich persönlich aber leider trotzdem nicht sonstwie gefesselt, zumindest auf Anhieb bei der Erstsichtung nicht. Er war mir einfach zu ausgedehnt, respektive aufgefüllt mit Sachen, die nicht genau mein Ding sind. Trotzdem unbedingt gucken.
(Spoiler)
Anfänglich scheint es, als habe Jigsaw alternative Ärzte gefunden, die seinen Krebs heilen können, welche wiederum von der Pharmamafia gejagt wurden. Den besten von ihnen gibt es irgendwie schon nicht mehr. Auch das wäre sehr spannend gewesen. Einfach weiter diese Thriller-Schiene wie in Spiral, nur jetzt in gut.
Stattdessen aber verliert der alte, philosophische Mann seine letzte Hoffnung. Und gibt sie damit ironischerweise uns zurück.
Bisher stürzte die Reihe ja kontinuierlich ab. Saw 1 war der beste Teil, wenn auch mehr was zum selten gucken, da er primär durch seine intelligente, faszinierende Handlung besticht. Teil 2, wenn auch ein Abklatsch von Cube und Teil 3, wenn auch recht hohl und flach, waren noch sehr unterhaltsam und voller Highlights. Soweit ne schöne, runde Trilogie.
Von 4 und 5 mochte ich auch noch einen ganz gerne, auch wenn man bei diesen bereits sehr austauschbare, trashige Filme hatte.
Und Teil 6 bis 9 waren nicht nur noch größerer Müll, sondern schafften es sogar, von Teil zu Teil immer noch schlechter und willkürlicher zu werden.
Vielleicht ein dermaßen legendäres Torture Porn Phänomen, dass es sich sogar selber verstümmelt, aber es hilft ja nichts. Schon traurig, wie es diese Indie-Reihe, die sich aus dem Nichts nach oben arbeitete und da wie kaum ein anderer Genrefilm Maßstäbe setzte, jahrelang gefühlt nur noch totgemolken wurde. Auch wenn man bedenkt, mit wieviel Liebe die ersten Teile noch promotet wurden, diese geilen Aktionen auf dem Filmfest usw. Ganz am Anfang der Australische Kurzfilm.
Aber umso überraschender dieses honorable Comeback! Ich würde sogar sagen, dass Teil 10 auf gleicher Höhe mit dem zweiten und dritten ist. Oder zumindest nah dran.
Tobin Bell als Jigsaw übertrifft sich hier schauspielerisch selbst, das war echt intensiv zu gucken. Auch nicht ohne ist seine Antagonistin, gespielt von Synnøve Macody Lund. Der Kleinkrieg zwischen den beiden war echt spannend und überhaupt funktioniert die Idee, dass Jigsaw auf jemand noch viel Abgebrühteres trifft und somit mal an die Falschen gerät, sehr gut.
Endlich wieder ein einfallsreicher, inhaltlich reichhaltiger Teil, zudem mit vielseitigen Szenen, schönen Schauplätzen und gewohnt guter Musik.
Ein bisschen dümmlich ist er dennoch. Man fragt sich, wie man sich seinen Oberschenkel in zwei Minuten durchsägen kann, auch noch während er seit kaum einer Minute abgebunden ist und wie es auf der anderen Seite, ebenfalls innerhalb von Minuten, so schwierig sein kann, lediglich auf einen Knopf zu drücken, der einem die Finger der anderen Hand bricht.
Oder warum sich Jigsaw so mit letzten Kräften in diese Behandlung schleppt, zwischendrin wegpennt und so, halbtoter Greis, dann aber nur mit Amanda zusammen in kurzer Zeit diesen ganzen Komplex zur Folterkammer voller schwerer, komplexer Gerätschaften umbaut. In Mexiko.
Und warum das keiner merkt, sondern erst mitten im Spiel plötzlich einer nach dem anderen dieses Gebäude findet.
Oder auch wie er mit seinem Verband umgeht, während dieser nicht nass werden soll.
Dieser Film ist zwar nicht geschlampt, aber in puncto Logik auch nicht soo von Meisterhand.
Immerhin wurde das im Fall der Narbe des einen "Patienten" bemerkt und dieser im Nachspann den Betrügern zugeordnet, dies noch genutzt, um den Ermittler aus dem fünften (?) nochmal als Folterknecht hinzu zu holen, das war gut ausgebessert.
Die einzige richtig schwachsinnige Szene fand ich, wie sich ein Mann so schmerzerfüllt im Hirn rumschneidet, denn da ist ja gar kein Schmerzempfinden. Und wie er das so einfach draus los macht, auch noch von der "Ärztin" angefeuert, während es sogar vorher beim Faken einer echten Hirn-OP die Hauptrolle spielt, welcher Teil des Hirn wofür ist / ob es die Motorik einschränkt. Einer von diesem Betrügerpärchen darf völlig willkürlich überleben, respektive sogar, indem er der Unmoralischere ist. Da wird das ganze Saw-Motto gekippt und ich wage mal zu vermuten, nur, damit Cecilia in einem der nächsten Teile wieder auftauchen kann. Aber dem anderen Mann wird eine komplizierte Hirn-OP zugemutet?
Diese Aztekenmaske auf dem elektrischen Stuhl, als Antwort auf die Touri-Geschichten, die er seinen Fahrgästen immer erzählt, hatte hingegen was. Überhaupt bietet der Film eine sehr runde Geschichte voller gelungener Rhetorik.
Sowie endlich wieder eine sehr umfangreiche, ziemlich großartige Foltereinrichtung. Wie gesagt auch alles ganz gut gespielt. Tolle Stunts, tolle Spezialeffekte, passt alles. Die Folterszenen hätte man gerne noch ausführlicher gestalten können, schließlich sind sie das Zentrale an dieser Kunstform. Das machte man nur bei der "Bloodboarding"-Szene, die auf Leute, die sich nicht sehr vor Blut ekeln, eher langatmig wirkt. Mochte den Schweinedreck im dritten mehr. Trotzdem auch auf der Gore-Ebene endlich mal wieder ein ordentlicher Teil.
Amanda verstehe ich nicht ganz. War sie nicht die, die erst von Jigsaw gezähmt werden musste? Hier in Teil 10 steckt sie auf einmal voller Zweifel, würde die eine Frau am Liebsten sogar retten. Habe ich da wohl was verpasst oder missverstanden?
Wie Jigsaw und sie mitten im Spiel ihre familiäre Beziehung vertiefen, hat jedoch Spaß gemacht, es gab mir irgendwie Addams Family Vibes.
Also alles in allem ein sehr gelungener (kleiner) Film. Zwischen 7 und 8 Punkten schwankte ich. Letztere sind es, da er mich richtig positiv überraschte und auch allgemein so ein bisschen was Besonderes ist.
Eins dieser seltenen Juwelen, wie man sie nur alle paar Jahre mal entdeckt und die einen daran erinnern, wie gut Filme sein können. Hab instant ein zwei Handvoll alte Lieblingsfilme aus der Liste geworfen, die neben diesem erblassen würden. Und natürlich auch mein Profilbild geändert. Die wahrscheinlich schönste Rom Com der Welt 👌🏼
Obwohl die Idee recht tiefsinnig ist, Loriot wird pensioniert und erdrückt Evelyn Hamann mit seinem Arbeitseifer, baut sich keine Geschichte auf, sondern man schaut einfach passend zu all der Situationskomik in ein Szenario nach dem nächsten.
Dennoch wirkt Pappa ante portas nicht abgehackt und ich würde ihn auch allgemein als richtige, gar nicht mal so kleine Komödie bezeichnen. Stellenweise vielleicht etwas allzu klamaukig und blass gespielt, dafür aber ganz aufwendig gestaltet sowie gut getimet.
Was richtig Spaß macht, sind die ganzen unaufdringlichen und unerwarteten Pointen, wie dieser Straßengeiger, welcher ewig lang denselben Takt spielt oder natürlich auch nicht zuletzt der Junge, dessen Rolle hauptsächlich daraus besteht, immer wieder plötzlich eine neue Freundin vorzustellen.
Man ist irgendwie gleichzeitig in Loriots Kopf, aber auf eine Art, mit der man sich ebenso auch selber identifizieren kann. Keine Ahnung, warum ich den Film schlecht bewertet hatte, jetzt bei der heutigen Sichtung sagte er mir sehr zu.
Ab Staffel 2 verhalten sich die meisten Charaktere wie Neuzeit-Hipsters, denken und reden auch so. Genau wie bei den Sets wurde also auch da nichtmal mehr ansatzweise versucht, ein überzeugendes Neunzigerjahreflair zu kreieren. Da war die erste Staffel noch wesentlich glaubwürdiger.
Auch die weiteren Charaktere übertreiben ihre Rolle, mit ein paar Ausnahmen, wie Kleo selber vielleicht, Jella Haase ist ja eh ne tolle Schauspielerin. Doch auch sie wirkte auf mich in Staffel 1 dynamischer. Dann jagen sie in Dauerschleife den Koffer und sich gegenseitig. Zwar gute Actionszenen, aber na ja. Leider wirkt die Geschichte im Vergleich zur ersten Staffel wie laute Gedanken der Autoren. Und zudem recht farblos. Trotz zwei Jahren Zeit dazwischen.
Dennoch weist auch diese Staffel einige Momente auf. Den Abstecher nach Belgrad, einer ganz schönen, aber in Filmen und Serien unterrepräsentierten Stadt, wusste ich zum Beispiel zu schätzen. Andrej Kaminsky, der immer als Grim Hustle (ich meine sogar auf Englisch) mit so einer Mafia Attitüde Ratschläge auf YouTube gibt, spielt hier auch wieder den Boss. Das war eine spaßige Überraschung und seine Szene mit der Fahne im Büro fand ich stark. Auch ein nettes Gimmick war, in welche Richtung sich der Technoclub entwickelte.
Also ein bisschen Liebe hat man da sporadisch schon immer noch reingesteckt, komplett langweilig ist Staffel 2 nicht, jedoch eine vergleichsweise unwichtige Berieselung. Da hat Netflix mal wieder seinen Job als Internet-ProSieben zuverlässig erfüllt. Zwei Folgen fehlen mir noch, aber ich sehe schon, wo die Reise hingeht. Die ganze Action ist ansehnlich und aufwendig gemacht, aber sie erstickt den Sinn. Das ist mir alles zu hölzern geworden. Ich empfehle Staffel 1 und hoffe, dass wenigstens die dritte wieder abenteuerlicher wird.
Seine Momente hat der Film durchaus, z.B. hat man Ottfried Fischer selten so leidenschaftlich gesehen, wie hier bei seinem Grill-Vortrag. Oder wo Frauenknast-Walter ihren Lieblingshai mit der Hand füttert. Auch die Verfolgungsjagd mit dem Smart war irgendwie spaßig und tatsächlich sehenswerter, als beispielsweise die in Spectre.
Hab mich dann aber gefragt, warum so kompliziert ein Meg-Ei aus der Antarktis mitgenommen wurde, dann im Labor aufgetaut ist und der geschlüpfte Meg dann von dort entkommen, statt dass diese als ausgestorben vermutete Art einfach wieder auftaucht, wie es halt manchmal so ist. Und warum es soviel wichtiger war, ihn direkt zu erschießen, als nachdem man ihn betäubt und untersucht und dadurch die Menschheit gerettet hat. Und warum er genau wie Walters Lieblingshai heißt und warum das für alle sofort so auf der Hand liegt. Habe mir sicher etliche solcher Fragen gestellt, es ist einfach ne eigenartige Story.
Und wie bei fast allen Filmen, die ich diese Woche geschaut habe, hatte leider auch dieser eine echt zähe Schlussszene mit viel zu einseitiger Action.
Diesen Carlos mochte ich die meiste Zeit nicht, er war mir zu Klischee, aber Dank diesem Twist im Showdown ergab das dann doch irgendwie Sinn. Ralf Moeller hat schon einen ganz guten Job gemacht. Aber insgesamt waren mir die Schauspieler zu Seifenoper / Softporno mäßig.
Der Score hörte sich größtenteils wie eine Mischung dieser dramatischen Musik, die bei Nachrichten im Hintergrund läuft und gemafreier Slapsick-Mucke, die YouTuber und so nutzen an. Von der Partyszene am Anfang und Jeanette Biedermanns Auftritt abgesehen.
Dass man den Meg so gut wie gar nicht sieht, ist fast schon gut, weil auch in puncto CGI nicht wirklich Spezialisten am Werk waren. Was mir hingegen sehr gut gefiel, war die Kameraarbeit.
Aber insgesamt wär das halt mal so Stoff gewesen, für den es sich gelohnt hätte, sich etwas mehr Mühe zu geben. So ist er nicht wirklich gut, aber zu gut, um so schlecht zu sein, dass er schon wieder gut ist, also als Trashvergnügen auch nicht optimal. Beachtlich ist, dass er viel älter, als Sharknado, Sharktopus und co. ist. Vielleicht diente er als Inspiration für diese Welle.
Unter diesen Leuten mit sozial schwachem Hintergrund und psychischer Instabilität ist es in Mode, rechtsextrem zu sein. Obwohl sich immer mal wieder rasch der eine oder die andere dann doch mit Ausländern anfreundet, sowie ein interner Konflikt entsteht. Vom Soundtrack und dergleichen abgesehen sind wir hier also in der üblichen chaosanarchistischen Selbstfindungsphase. Es sei denn, man ist schockiert davon, dass auch die Neonazis ihre Feindbilder und Symbole haben, aber ich denke, dies sollte auch vor dem Film landläufig bekannt gewesen sein. Für mich ist das Thema dementsprechend austauschbar, es schaut es sich wie ein Haufen kaputte und noch kaputtere junge Leute, die aber gut ihren Spaß miteinander haben, bis es gefährlich wird. Wie bei Ex Drummer oder Kids. Oder auch Uhrwerk Orange. Der Schluss ist tragisch, er wird aber leider schon zu Beginn des Films gespoilert. Alles in allem ist es ein sehr kurzweiliger und von dem, was so passiert abwechslungsreicher Streifen mit einem sehr angenehmen Rhythmus zum Gucken. Coming of Age Sozialdrama ist ja auch ein dankbares Genre, ich denke mal jeder, der ein bisschen kreativ ist, tobt sich, wo es in diese Richtung geht, sehr aus. Zumindest wüsste ich jetzt keinen schlechten Genrevertreter.
Auch das war für mich nicht der beste Bond-Film, obwohl er immerhin sehr cool und hübsch gelungen ist. Besonders das Visuelle gefiel mir. All die Sets und Kameraführung sowie die ganze Bildsprache. Leider wurden manche Szenen zu trashig gelöst, z.B. diese Yacht in doppelter Geschwindigkeit. Das meiste war wiederum gut gemacht, aber ich fand Feuerball auch insgesamt eher unterhaltsam, als spannend, was womöglich daran lag, dass er mir gefühlt eine halbe Stunde zu langgezogen war. Trotzdem kam dieses Spionagefeeling mit um die Häuser schleichen usw. viel mehr auf, als bei Daniel Craig.
Letztens hörte ich einen Anhänger des Satanismus diesen als "nüchternen Blick auf die Menschheit" definieren. Das beschreibt den Film ganz gut. Finster und gruselig ist er.
Gerüchteweise soll das Blutspeien echt sein, ich meine Kohletabletten überdosiert. Und das sieht schon grenzwertig, teils schon geronnen oder so aus. So schwarzer Glibber. Auf der anderen Seite kannte ich auf Facebook mal eine junge Frau, die bei dem dritten Teil mitspielte und sie war insgesamt richtig begeistert.
Künstlerisch genoss ich Slaughtered Vomit Dolls, er bietet jede Menge originelle Einfälle und Macharten, auch sind Schauspiel und Gore-Effekte für solch einen Indiestreifen überraschend gut gelungen. Überdies zieht er zwar die Halloween-Nummer mit Wackelkamera, Grimassen usw. ab, aber in einer Penetranz, dass sogar dies irgendwie funktioniert.
Stilecht ist er zudem auch, alles ist passend zu den 90ern gestaltet, in denen er spielt. Das mag 2005 sicher nicht schwer gewesen sein, aber ich kenne genug Filme, auch teure / bekannte, welche an dieser Aufgabe gescheitert wären.
Die Frage bleibt trotzdem offen, ob das nun ein "richtiger Film" ist. Er schaut sich sehr experimentell, wie ein überlanger Kurzfilm oder Musikvideoclip. Das war vor allem zu Beginn recht anstrengend zu gucken.
Und langweilig ist der Film zwar nicht, aber abgesehen vom Schnitt recht ruhig und voller Wiederholungen. Ich bevorzuge doch eher was mit Handlung oder zumindest Höhen und Tiefen. Die erste Folterszene war beispielsweise direkt die härteste oder zumindest steigerte sich nichts. Das bisschen Inhalt spoilert sich bereits im Filmtitel, sogar noch vor deren Schlachtung werden uns geschlachtete Kotzpuppen versprochen.
Dennoch (oder gerade deswegen) hält Slaughtered Vomit Dolls einen wach, wirkt teils verstörend. Der Film erfüllt genau, was erfüllen möchte. Und auch, wenn der Humor ein bisschen kurz kommt, zumindest der Dicke mit dem Bierglas hat schon gut entertaint.
Fazit: Normalster Kanadischer Film, leider tendenziell für Kinder unter sechs Jahren nicht geeignet, da flackernde Lichter.
Normalerweise mag ich James Bond Filme und da ich mich an den Hype um Spectre erinnerte, rechnete ich dabei mit einem besonders guten. Aber für mich stellte er sich dann als einer der schlechtesten raus. Man hat das meiste irgendwo schonmal gesehen, in besser und spannender.
Einzig wie die Spectre-Anhänger sich da im Halbschatten erheben und er dann in diesem weißen Lichtraum angebohrt werden soll, fand ich gut. Die meisten Szenen wirkten sehr geschrieben bis gezweckt, es kam nicht so aus einem Guss, wie man sich das von einem guten Film wünscht. Wenn auch immerhin relativ schlüssig. Aber man hatte leider so ein bisschen Fließband-Atmosphäre, als steckte da weniger Liebe drin, als in den älteren.
Auch fühle ich Craig schon an sich nicht so, weil er dieses Kindliche verkörpert. Man hat zwar häufig gute Actionhelden, denen man es nicht ansieht, aber bei Bond ist man Anderes gewohnt, zumal hier alles Andere, wie diese cartoonesquen glücklichen Zufälle, alles prallt an ihm ab und alles Andere explodiert zehnfach usw., extra dick gestreut war.
Craigs Babyhaare, Babyohren, Babylächeln usw. störten nicht wirklich seine Möglichkeit, der beste Bond aller Zeiten zu werden, ich bin da ja (auch mir selbst zuliebe) relativ offen. Doch da er zudem noch extra steif, humorlos usw. wirkt, fühle ich das jetzt noch weniger. Wenn James Bond quasi privat genauso gut in diese Anzugträger-Klischees passt, wie beruflich, ist mir das zuviel.
Auch bei den Verfolgungsjagden usw. sprang kein Funke über. Für mich war Spectre ein mittelprächtiger Actionfilm mit extra ausgedehnter Action und unnötig noch mehr und noch ausgedehnterer Action. Ich mag Action ja, aber halt, wenn sie krass ist. Wenn wirklich alles so knapp am Tod vorbei und sonstwas für Kampftechniken und so, halt nicht wie hier größenteils einfach nur Aktivität das Thema ist. Sowas verzeihe ich 80er Jahre Filmen, aber heutzutage sollte dieses Genre doch weiterentwickelt sein.
Selbiges gilt für die Flirtszenen, solche weiße Leute Klischees, wie eben langweiliger Sex und Materialismus, auch all die langen Monologe und Dialoge habe ich überhaupt nicht gebraucht. Zu allem Übel sind zirka 95% des Films in künstliches gelbes Licht getaucht, dass er wie Werbung aussieht, nebst einer Schiffsladung Objektivrelief-Effekte und ähnlicher Gimmicks, die ich ebenfalls nicht gebraucht hätte.
Das mit Abstand Schlimmste an Spectre fand ich allerdings, dass es die ganze Zeit um verschiedene Leute und Aktivitäten aus anderen Bond-Filmen mit Daniel Craig ging. Also genau wie Mission:Impossible war wohl auch James Bond in den 2010ern zu so einer bananigen Mehrteilerserie verkommen. Das waren ja nicht ein paar subtile Insider, sondern der ganze Film ging immer wieder so und na ja, was wird dann von uns "Outsidern" für eine Kritik erwartet? Hat diese Geheimloge im Film wohl eine Doku über sich selber gedreht?
Alles in allem finde ich, Spectre lässt sich gucken, aber einem Bond-Film ist er meines Erachtens nach nicht würdig geworden. Irgendwie ist das gefühlt ein Film für 10-12jährige Jungs, welcher sich für so einen ziemlichen Trashfilm selber ein gutes Stück zu ernst nimmt. Sowas wie GoldenEye finde ich um Längen charmanter und interessanter.
Man merkt schnell, dass es im Gegensatz zur zweiten Verfilmung sehr aus Perspektive der Ermittler ist. Alles ein bisschen lebloser, lange Texte, quasi wie eine überlange CSI-Folge. Durch dieses sich mehr Zeit nehmen, gelang manches schon ein bisschen detaillierter und glaubwürdiger, anderes aber nicht und Einiges findet hier sogar gar nicht statt.
Also während der neuere vielleicht nen Tick zu Hollywood ist, ist dieser hier leider das umgekehrte Extrem. Vielleicht mal Zeit für einen dritten Versuch, der bestenfalls die goldene Mitte dazwischen ist.
Mit Blutmond, wie der Film hier genannt wird, habe ich das Problem, dass er mich auf überhaupt gar keiner Ebene berührt. Ich fand ihn weder schockierend, noch bewegend oder sonst irgendwas und obwohl ich ihn pausierte, hatte ich Schwierigkeiten, ihn auszusitzen.
Dieses Langatmige und dass der Film zu 95% nur Mörder suchen ist, machen Blutmond echt zäh zu sichten. Ein steifer Brei, wo sich alle ähnlich sehen und die Schurken dennoch so komisch overacten. Offenbar ging es noch nichtmal darum, dass Lector Kannibale ist. Manchmal guckt es sich wie ein Versuch, Roter Drache (2002) nachzumachen.
Denn das, was diesen wiederum für mich neben dem interessanten Cast ausmacht, ist, dass man in die Psyche des Mörders eintaucht, wie ihm alles befohlen wird, auch die Familien der Opfer mehr portraitiert werden und diese Vorgeschichte zwischen Graham und Lector, dann noch die Wendungen usw., es passiert da halt einfach richtig viel und man ist so mittendrin.
Aber so als Kunstwerk geht auch Blutmond mal. Musik, Kamera und Sets sind ja sehr ordentlich und blöd ist er auch nicht. Und ich bin nichtsdestoweniger froh, dass er nicht eins zu eins dasselbe, wie Roter Drache ist, sondern andere Qualitäten und Schwächen aufweist. Bin dennoch eindeutig mehr Zielgruppe für Roter Drache.
Natürlich hat der Film genauso wenig mit Vampiren zu tun, wie das Original und Bella erinnert mehr an Kirsten Dunst, als Kristen Stewart usw., es ist erwartungsgemäß eine Trash-Parodie in Manier von Scary Movie. Aber die meisten Gags waren echt ganz gut oder zumindest so jeder zweite. Und das, obwohl ich nur einen Twilight-Film kenne. In der ersten Hälfte so ein Ideen-Feuerwerk, in der zweiten Szenen, die auf welche antworten, die man schon wieder vergessen hat. Leider ein wenig hektisch und zum Ende hin zu allem Übel noch so ne lange Actionszene. Aber immerhin Lieblingsfilm von 57 MP-Usern, das sagt eigentlich schon alles. Finde ihn längst nicht so schlecht, wie er von manchen geredet wird bzw. auf jeden Fall einen der besseren Genre-Filme.
Mit so einem minimalistischen Arthaus Mystery-Drama habe ich bei Jesse Eisenberg und 2019 gar nicht gerechnet. Der Rahmen ist wie in Mächte des Wahnsinns, also dass sie in eine räumliche Schlaufe verschleppt werden, aus der es kein Entkommen gibt. Die eigentliche Handlung hingegen besteht aus parasitär anmutenden Wesen, welche alles Menschliche und Menschengemachte auf eine äußerst sterile bis verstörende Weise imitieren und eine sehr eigene Vorstellung von menschlichen Begriffen zeigen. Das Entschleunigte störte mich hierbei nicht. Im Gegenteil, ich fand, das machte es umso fesselnder und beklemmender. Weiter bleiben etliche Fragen offen, was das Ganze noch überzeugender gestaltet, respektive ihm ein gewisses Selbstverständnis verleiht. Für mich ist Vivarium klar einer der stärksten Filme unserer Zeit.
Ich muss schon sagen, dass mir diese dreistündige Heularie sehr auf den Keks ging. Immer dieselben drei langsamen Lieder, dann auf irgendwen oder irgendwas schimpfen, dann Rache schwören und dann das Ganze wieder von vorne. Alles so monoton.
Fantines Lied kannte ich, ich hatte es hin und wieder mal auf YouTube geschaut. Doch wenn ein Film nur so ist, funktioniert das nicht recht.
Leider wurden viele Details so komisch in wenige Minuten gestopft, z.B. auch Fantines ganze Geschichte. Anderes hingegen sehr, sehr in die Länge gezogen. Ich weiß nicht, wie es beim originalen Musical ist, aber im Buch wird es sicher nicht so sein, es ist ja von Victor Hugo.
Der ganze Stil wirkte auf mich eher Englisch, als Französisch. All der Hochglanz passte für mich ebenso wenig zu sowas. Dann diese Kameraperspektiven, ganz zu Schweigen von all dem CGI.
Aber rein als Spektakel funktionierte der Film dann doch erstaunlich gut, wegen des herausragenden Schauspiels und Gesangs. Sehr ausdrucksstarke und intensive Momente. Also auch im positiven Sinn war er wie die Ausschnitte, welche man von YouTube kennt.
In der letzten halben Stunde war auch die Story relativ gut, aber im Großen und Ganzen war sie nicht der Rede wert.
Es ist halt so ein Film zum Anschauen, quasi wie eine Oper. Da sie alle eh jeden Moment lossingen und die Gesangseinlagen das einzig Wichtige sind, hätte man sich die anderen Szenen von mir aus gerne sparen und den Film etwas kürzen können.
Habe es allerdings auf Tablet geschaut, es ist offenbar mehr für die Kinoleinwand gemacht.
Interessante Handlung, wie sich diese Droge in Lucys Organismus ausbreitet und sie dadurch immer höhere kognitive bis übersinnliche Fähigkeiten erlangt, aber auf der anderen Seite emotional immer mehr abzustumpfen scheint. Wogegen sie sich aber anscheinend tief in sich drin wehrt. Also sich sozusagen langsam, aber sicher in eine Art Maschine verwandelt.
Hervorragend gespielt von Scarlett Johansson und von den Machern schön kreativ dargestellt. Angenehm komponiert mit diesen Affen, Zellen usw. Für mich funktioniert das von Anfang bis Ende sehr gut. Ich liebe an Luc Besson, dass er immer das Actiongenre wählt, um es dann wiederum eher mit philosophischen, gesellschafts- und systemkritischen Inhalten zu füllen, wie es eigentlich gar nicht so zusammenpasst, aber gerade diese verschiedenen Tempi faszinieren mich. Hier ganz optimal, da sich die Zeit als einziger wirklicher Maßstab herausstellt.
Wie immer Französische Filmkunst auf hohem Niveau. Vielleicht ein bisschen kurz geraten, hätte das alles gerne ausführlicher gesehen.
Na ja, ich traue Jakob, diesem Bad Boy, der zudem anscheinend viel zu alt für sie ist, nicht wirklich über den Weg. Dass er plötzlich am Ende Gefühle zeigt, ist doch ein Trick bzw. halt nur, weil es ihm gerade schlecht geht. Kenn ja meine Pappenheimer 🤷🏽♀️ Alleine schon, dass sie sich da so reinsteigert, das kann doch gar nichts werden.
Besser hätte sie zu Rainer gepasst, was aber wiederum schade um die gute Freundschaft gewesen wäre. Und dass dieser immer so rumkaspert und dann wieder in tiefe Depriphasen verfällt, wäre für eine erste Beziehung vielleicht heftiger Stoff.
Die Kralowa hatte schon recht, einfach Ballett tanzen. Aber die Kralowa ist ja jetzt nicht mehr und Anna hingegen ist bekannt für ihren Dickkopf. Jedenfalls glaubt dennoch jeder daran, dass aus ihr eine Prima Ballerina werden wird. Bin mal gespannt, ob der Film da Genaueres hergibt. Wie alt ist sie, 14, 15? Dieses übliche Chaos in dem Alter ist auf jeden Fall gut rübergebracht.
Insofern ne echt schöne Coming of Age Serie mit richtigen Persönlichkeiten, natürlich noch viel Ästhetik im Tanz und den Dialogen und alles noch nicht so gehetzt. Anna Pelzer selbst supersympathisch und gut gespielt. Und obwohl es ne Dramaserie ist, kommen die alle soweit miteinander aus, was das Ganze sehr menschlich / greifbar macht.
Die Story gefiel mir von Anfang bis Ende sehr, es passiert Einiges an einigen interessanten Sets und es ist alles nicht so vorhersehbar. Wirkt für eine ältere Deutsche Miniserie bemerkenswert aufwendig. Ich schaute sie mir in der ZDF Mediathek an, aber bestellte sie mir vor Begeisterung direkt dann auch noch auf DVD und den Soundtrack dazu (natürlich auf Kassette) 👌🏼
Irgendwie scheint der Film sowohl in Richtung System, als auch in Richtung Systemkritik schießen zu wollen, was für einen Woke-Konzern wie Netflix schon relativ mutig oder zumindest ehrlich ist.
Aber beides ist zu klischeehaft in so ne komische Richtung übertrieben. Ich denke, die wenigsten Eliten reden unter sich wirklich die ganze Zeit so politisch korrekt und verhöhnen in einer Tour den Pöbel und die wenigsten Systemkritiker sind homophobe Klimaleugner usw. Keine Ahnung, was die Botschaft des Filmes sein, respektive wer sich von der Kritik nun angesprochen fühlen soll.
Zudem ist es alles sehr gezweckt, die Waffen, Wunden, Autos usw., alles verhält sich sehr unlogisch, aber nicht als Stilmittel, sondern da der Film offenbar von schlampigen, bildungsschwachen Leuten geschrieben wurde. Einer dieser Popcorn-Trashfilme, typisches Netflix-Programm.
Wie der Film sich aufbaut, ist noch ganz unterhaltsam mit all den verschiedenen Szenarien und Twists. Und generell hat er durchaus seine Momente, z.B. ein paar ganz gute Mono- und Dialoge. Aber auch echt viele Längen und wie gesagt viel Unsinn. Den (meisten) Amis fehlt es bei so Comedy einfach an Fingerspitzengefühl, was ja ok ist, aber eher nicht zu politischer Satire passt. Sowas wie Sacha Baron Cohen oder Monty Python ist besser.
Wo sich die beiden Frauen anscheinend gegenseitig gaslighten, war für mich das Beste am Film, obwohl auch das ein bisschen übertrieben wirkte. Aber immerhin in dieser Szene kam mal das Satirische durch und ihre Stimmung erinnerte mich an die alten Verschörungsthriller. Ich finde The Hunt überbewertet, aber für einen 2020er Film ganz gut, er lässt sich mal gucken.
Der kleine Nick überzeugt vor allem mit einem sehr ausgereiften Humor aus der Essenz von Kinderlogik. Fand ihn sehr mitreißend und liebe den Vorspann, die Musik und dieses ganze Französische Gesamtkunstwerk im Vintage-Look an sich. Im letzten Drittel schwächelt er ein wenig, aber hält das Niveau im großen Ganzen, so dass er wenigstens nicht abrutscht. Ein Film, wie man ihn sicher öfter schauen könnte.
Gefühlsduselige Hipster-Dramedy, die zu ein paar Prozent auf Dogma 95 und Ghostbusters macht. Bestimmt ermüdender, als die Gutenachtgeschichte, auf der es basiert und zudem gar nicht mal so logisch geschrieben oder überzeugend gespielt, sondern einfach so ein Projektfilm. Willkürlich aufgebaut und aufgepumpt, um dann zum Schluss noch eine Minute lang die Sammlung Computer-Tierchen zu präsentieren. Aber recht ästhetisch ist er und die Musik gefiel mir. Und hier und da kann man in Shyamalans Kaninchenbau schon eintauchen. Es gibt Schlechteres, als diesen Film. Das, was man erwartet, wenn man das Intro oder auch bloß die Beschreibung des Films sieht, ist aber leider besser.
Platoon ist zwar kein Alleskönner, die Schauspieler fand ich eher so mittelmäßig, die Erzählstimme ist leise und dumpf und sogar in die ansonsten sehr liebevoll gestalteten Aufnahmen pfuscht immer mal wieder zuviel Studiobeleuchtung und dergleichen rein. Zudem ist es leider auch sehr "was es ist", viel wildes Rumgeballer, aufgeregtes Fachchinesisch etc.
Aber er macht auch vieles richtig, was andere Antikriegsfilme idR falsch machen. Erfrischend unpathetisch und systemkritisch wirkt er. Und er verharmlost nichts, übertreibt aber auch nichts. Gibt keine Bösen und schon gar keine Guten, man ist halt einfach so drin und die Botschaft ist sozusagen, dass Krieg was Trauriges ist und Menschen Würde und Respekt statt so etwas verdienen.
Auch gefällt mir, dass es überwiegend eher kleine Gruppen sind und sich die Spannung aufbaut, das wirkt authentischer. In den Nachrichten sieht man ja beispielsweise auch eher selten ganz große Schlachtfelder, aber Hollywood stellt sich das scheinbar meistens so vor.
Und auch nice finde ich, dass da so viele mitgespielt haben, zum Beispiel Dr. Cox aus Scrubs. Oder Oliver Stone selbst als General mit Peace-Kette.
Einige Highlight-Szenen sind auch dabei, die man so schnell nicht vergisst, zum Beispiel wo dieser vernarbte Antagonist reinkommt und es mit allen aufnehmen will. Oder diese Situation, wo sie alle auf der Lauer sind. Ist jetzt nicht soo mein Genre, aber mindestens zum einmal gucken schon ein echt guter Film.