Mit Samstag werden 23 Grenzübergänge von Österreich in die Slowakei und nach Ungarn geschlossen. Grund dafür ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in den Nachbarländern. Von der Schließung betroffen sind 21 Grenzübergänge im Burgenland und zwei in Niederösterreich. Die burgenländische Landwirtschaftskammer begrüßte die Maßnahmen, Kritik kam allerdings von der FPÖ.
Die Übergänge seien in enger Abstimmung mit den Behörden in den betroffenen Bundesländern Niederösterreich und Burgenland, den Landwirtschaftskammern und dem Ministerium für Land- und Forstwirtschaft festgelegt worden, gibt das Innenministerium bekannt.
Die Landespolizeidirektionen seien dabei für die Sicherung und Kontrollen der Grenzübergänge zuständig. „Geschlossene Grenzübergänge stellen im Gegensatz zu Grenzkontrollen an geöffneten Übergängen eine weniger personalintensive Maßnahme dar und werden in unterschiedlicher Stärke und Intensität durchgeführt“, teilt das Ministerium mit.
Die Schließung könne je nach Übergang mithilfe von technischen Sperren oder durch Beamtinnen und Beamten passieren, heißt es seitens des Ministeriums. Das Innenministerium stellt in Zusammenhang mit der Grenze bei Nickelsdorf klar, dass der große Grenzübergang dort Richtung Hegyeshalom weiterhin offen bleibe. Die Schließung der kleinen Grenzübergänge bleibt vorläufig bis zum Ablauf des 20. Mais in Kraft.
Hier sehen Sie eine Liste mit den betroffenen Grenzübergängen:
Niederösterreich
Burgenland
Seit vergangener Woche Grenzkontrollen
Bereits seit Ende vergangener Woche unterstützt die Polizei im Rahmen der bestehenden Kontrollen an der slowakischen und ungarischen Grenze die Gesundheitsbehörden. Die Maßnahmen umfassen dabei die Anhaltung von Fahrzeugen, die Überprüfung von Dokumenten und Kontrolle der Fahrzeuge.
Österreichische Soldaten im Einsatz
In der Slowakei selbst sind derzeit 53 österreichische Soldatinnen und Soldaten der „Austrian Forces Disaster Relief Unit“ (AFDRU) im Seuchen-Einsatz. „Eigenschutz hat dabei höchste Priorität“, berichtet Oberst Horst Dauerböck aus der Region Dunajská Streda an der ungarischen Grenze. „Wir arbeiten mit modernstem Gerät, in Schutzanzügen, Masken und Handschuhen“, schildert Dauerböck die Arbeitsbedingungen vor Ort. Derzeit dekontaminiert das Bundesheer Fahrzeuge am slowakisch-ungarischen Grenzübergang Rajka.
Auch im Burgenland ist bereits ein Überwachungsprogramm angelaufen. In den kommenden Wochen werden laut Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne) alle 660 Betriebe im Nord- und Mittelburgenland kontrolliert und Tiere auf klinische Symptome untersucht. Die vier Gemeinden im Bezirk Neusiedl am See, in denen wöchentlich Proben genommen werden, bilden aufgrund ihrer Nähe zum ungarischen Ausbruchsort Levél eine Überwachungszone. Dort gilt auch ein Jagdverbot. Zuletzt fielen sämtliche Tests in der Zone negativ aus.
In rund insgesamt 150 Betrieben werden zusätzlich monatlich Proben genommen. Vorerst läuft das Programm bis 17. Mai.
Das führt zu Panik und lähmt die gesamte Wirtschaft wie zu Corona-Zeiten.
Thomas Karacsony (FPÖ)
Die burgenländische Landwirtschaftskammer begrüßte am Donnerstag die Maßnahmen. Präsident Nikolaus Berlakovich forderte sogar „schnellstens“ weitere Vorbereitungen. Kritik kam jedoch von der FPÖ. Bauernobmann und Bundesrat Thomas Karacsony hatte sich bereits zuvor gegen Grenzsperren ausgesprochen: „Das führt zu Panik und lähmt die gesamte Wirtschaft wie zu Corona-Zeiten.“ Er forderte stattdessen Seuchenteppiche bei Grenzübergängen sowie „rigorose Grenzkontrollen“ von Lebendtiertransporten.
Die Maul- und Klauenseuche ist hochansteckend. Für Menschen ist sie ungefährlich, diese können das Virus aber auf Tiere übertragen, wenn es beispielsweise an der Kleidung haftet. Symptome bei infizierten Tieren sind etwa Blasenbildung im Maulbereich, am Euter und an den Klauen, Fieber sowie Schmerzen.
Kommentare
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.