BAFTA-Nominierung für Regisseur Bryan Singer ausgesetzt
London (APA/Reuters) - Die British Academy of Film and Television Arts (BAFTA) hat die Nominierung des mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert...
London (APA/Reuters) - Die British Academy of Film and Television Arts (BAFTA) hat die Nominierung des mit Missbrauchsvorwürfen konfrontierten Regisseurs Bryan Singer für die am nächsten Sonntag zu vergebenden Britischen Filmpreise ausgesetzt. Der 53-Jährige war zusammen mit Produzent Graham King und Drehbuchautor Anthony McCarten in der Kategorie „Outstanding British Film“ für einen BAFTA vorgeschlagen worden.
Als Begründung gab die BAFTA die „jüngsten sehr schwerwiegenden Vorwürfe“ gegen Singer an. Im Jänner hatte das US-Magazin „The Atlantic“ vier Männer zitiert, drei von ihnen anonym. Die einen geben an, mit 15 beziehungsweise 17 Jahren Sex mit Singer gehabt zu haben, obwohl das Mindestalter in solchen Fällen in Kalifornien bei 18 Jahren liegt. Ein damals 13-Jähriger behauptet, der Regisseur habe ihn am Geschlechtsteil berührt. Die Fälle liegen rund 20 Jahre zurück. „Einige der mutmaßlichen Opfer sagen, sie seien von dem Regisseur verführt worden, andere sprechen von Vergewaltigung“, heißt es in dem Artikel.
Singer hat die Vorwürfe kurz darauf zurückgewiesen. In einem Statement sprach der Regisseur von Menschen, „die bereit sind, für Geld und Aufmerksamkeit zu lügen“.
Die BAFTA habe diese Zurückweisung zur Kenntnis genommen, heißt es nun in dem Statement. Die Aussetzung der Nominierung Singers bleibe aber bis zur Aufklärung der Vorwürfe aufrecht. King und McCarten seien weiter für die Auszeichnung nominiert.
Singer stand bei Blockbustern wie „X-Men“ oder „Superman Returns“ hinter der Kamera. Kurz vor Ende der Dreharbeiten zu „Bohemian Rhapsody“ wurde Singer Ende 2017 gefeuert und von Dexter Fletcher abgelöst. Das Filmstudio gibt an, es habe Probleme am Set gegeben und Singer habe mehrfach unentschuldigt gefehlt. Der Regisseur bestreitet auch dies.