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Review

Jim Morrison, Sänger der Rockband The Doors, verkörperte wie wenige andere den Mythos des rebellischen Rockstars, dessen Leben sich nach den Maximen "Live fast, love hard, die young", um Sex, Drugs & Rock’n’Roll dreht, bis er letztlich daran zu Grunde geht. In einer Epoche, deren Jugend geprägt war von der Hippiebewegung, bewusstseinserweiternden Drogen und dem Vietnamkrieg, trafen die The Doors mit Morrisons exzessivem, unberechenbarem Verhalten auf der Bühne und seinen düster-poetischen Texten den Nerv der Zeit. Ohne Zweifel trug die charismatische Bühnenpräsenz des Frontmanns wesentlich zum Ruhm der Doors bei, die nach dessen frühen Tod 1971 nicht mehr an die großen Erfolge anknüpfen konnte, während der Kult um Morrison auch heute ungebrochen ist und immer noch zahlreiche Fans zu seinem Grab auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris pilgern.

Mit großen Aufwand führt Oliver Stone auf eine Zeitreise in die 60er zu einer Musik-Biographie einer der schillerndsten Bands dieser Zeit. Ich da jetzt kein spezieller Fan der Doors oder Morrison Jünger, aber im Vorfeld hört man viel Gutes über dieses Bio-Pic, auch wenn offensichtlich doch einiges dazu gedichtet bzw. frei interpretiert wurde.
Stone beläßt es natürlich auch nicht beim simplen runterbeten von Daten und Zahlen, sondern konzentriert sich im wesentlichen auf die kontroverse Welt des Leadsängers Jim Morrison, von einer schamanenhaften Begebenheit als Kind, über die Gründung der Band in LA bis zu seinem tragischen frühen Ende, mit all den Ups and Downs die man sich so als Musikklischees in der "live fast, die Young" Schublade so vorstellt.
Die knapp 2,5 Stunden wirken dann auch beinahe wie ein psychedelischer Trip, wie ihn der Hauptdarsteller die meiste Zeit selbst erlebt. Entrückte Monologe vor verschwommenen Bildern erlebt man mehrfach und Morrison scheint stets in seiner eigenen Poesie zu schweben, während der Rest der Band (die übrigens am Film beteiligt war und sogar in kleinen Rollen auftritt) doch auch auf die ökologische Schiene des Erfolgs schielte.
Kompliment hier auch an Val Kilmer, der hier eine wirklich tolle Performance abliefert und sogar selbst einige Songs sang. Er durfte zwar als Nick Rivers in Top Secret schonmal die Rolle als Rockstar üben, aber das hier ist schließlich eine ganz andere Hausnummer. Es gelingt ihm sehr gut die Facetten vom aufkommenden Jungstar bis hin zum selbstzerstörerischen Fortgang der Karriere glaubwürdig abzudecken.
Für die Fans ist die Doku sicherlich ein Muß, zumal hier die ganze Palette der Hits quasi als ein filmisches Best of Album an- oder sogar durchgespielt werden und auf der DVD sogar gesondert angewählt werden können. Aber auch sonst erlebt man eine tolle Zeitreise mit guter Musik (da hat natürlich jeder seinen eigenen Geschmack), vielen guten Darstellern und am Ende fühlt man sich berauscht auch bewußtseinserweiternde Substanzen.
8/10

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