Die Band ist ein Mythos, ihr Sänger eine Legende und ihre Musik unsterblich - Die Rede ist ganz klar von der Rockgruppe „The Doors“, die vor Allem durch ihren exzessiven Frontmann Jim Morrison, der Symbol einer ganzen Generation wurde, für Furore sorgte. Oliver Stone, der noch im selben Jahr (1991) mit „JFK - Tatort Dallas“ zeigte, daß er äußerst brisante Themen akkurat und 100%ig authentisch umsetzen konnte, bewies auch hier das richtige Händchen für den Stoff und setzte so ein Denkmal für eine der interessantesten Personen des 20. Jahrhunderts, Jim Morrison.
Kurz zur Story:
„The Doors“ schildert das Leben von Jim Morrison (Val Kilmer), seine kurze Zeit bei einer Filmschule und schließlich seinen Weg zu der Musik. Mit seiner Band „The Doors“ wird er schnell zu einer der erfolgreichsten Rockgruppen der 60er. Seine ganz eigene Art unter Drogeneinfluß zu spielen und die Leute mit Obszönitäten zu schocken, wird der Staatsmacht schnell zum Dorn im Auge, er gerät bei seinen Auftritten ständig an das Gesetz, wird verhaftet und zu einer Gefängnisstrafe verdonnert. Die Drogen und der Alkohol sollten letztlich seinen Untergang bestimmen.
Fazit:
Stone hat ein meisterhaftes Portrait der Legende geschaffen und in Val Kilmer wurde die absolute Idealbesetzung gefunden, optisch wie stimmlich. Wie von Oliver Stone gewohnt, wurde „The Doors“ in einem visuell eindrucksvollen Bildersturm verpackt, welcher eine wirklich berauschende Wirkung aufweist. Die meist aus dem Hause „Doors“ stammende Musikuntermalung wurde perfekt in die jeweiligen Szenen eingepaßt und ist, zumindest für einen großen Fan wie mich, als grandios zu bezeichnen. Auch durch die offensichtlichen, negativen Vietnamtendenzen und den vielen poetischen Dialogen auf Seiten von Kilmer, der sich übrigens ein Bißchen Speck zugelegt hat, um den zum Ende hin heruntergekommenen Morrison zu verkörpern, kommt eine sagenhaft-realistische Atmosphäre auf. Kein echter Kritikpunkt, aber der Titel „The Doors“ ist etwas übertrieben, da es sich hier eindeutig um eine „One Man Show“ Jim Morrisons handelt und die anderen Bandmitglieder völlig vernachlässigt werden, aber wer ist faszinierender als ihr Sänger? Sicher, viele Dinge wurden erfunden und beruhen nicht auf Tatsachen, wurden aber von "Zeugen" so ausgesagt, dies kann man Stone also nicht anrechnen, außerdem kann auch diesmal Niemand einen Blick in Morrisons Seele werfen, doch wer konnte das schon?
Wie die Musik der „Doors“, die man sich nicht immer anhören kann, ist auch dieser Film nicht für den täglichen „Gebrauch“ bestimmt, wird dem Mythos des wilden Jim Morrisons aber mehr als gerecht.
Einer der besten Musikfilme überhaupt, wenn nicht der Beste!