Diesen Film anzusehen, dafür sprechen schon im Vorfeld drei (sehr) gute Gründe:
Der erste heißt Oliver Stone, mit seinem, wie soll man sagen, Hang zum etwas anderen Film, der zweite heißt Val Kilmer, der Jim Morrison so überzeugend darstellt, das man annehmen könnte, er sei schon immer Jim Morrison gewesen, der dritte, letzte, auch entscheidende Grund sind natürlich die "Doors" selber, die, mal ganz salopp gesagt, einfach klasse sind / waren.
Um dem Zuschauer die Geschichte einer der umstrittensten Rockbands der 60'er nahezubringen, legt Oliver Stone viel Wert auf einzigartige, starke, leider aber auch schwer zu beschreibende Bilder, mit der er den Zuschauer in einen visuellen Rausch versetzt, ähnlich dem aus "Fear and Loathing in Las Vegas".
Im Mittelpunkt, oder Zenit des Filmes, steht der Werdegang der Band, vor allem die Rolle des Frontmannes Jim Morrison - sicher nicht lückenlos, sicher nicht repräsentativ, doch darum geht es hier auch nicht. Vielmehr lässt Oliver Stone Val Kilmer über den ganzen Film hinweg philosophieren, dramaturgisieren, melancholisieren - in einem Zustand der Trance, der den Zuschauer förmlich packt und mitfühlen lässt.
Zwischen den zahlreichen Musiktiteln, die man als Rocksympathisant einfach kennen muss, beschreibt Oliver Stone hier das Provokante, Zynische und Rebellische, das der Band entsprung, das hin und wieder satirisch zu unterhalten weiß.
Letzlich ist "The Doors" ein Film, der viel Wert auf Dramaturgie liegt, auf das Rebellische des Jim Morrison, auf eine psychedelische Zeit, die zu revolutionierten wusste, auf Hippies, auf Rock, auf den Rausch, auf die Liebe, das Leben, den Tod - und das in einem völlig eigenständigen, ernennenswerten Stil.
Ein Film, den man gesehen haben sollte, sofern das Interesse vorhanden ist. Eine Biographie sollte man wie bei vielen anderen choreographischen Filmen nicht erwarten, für einen ersten Einblick reicht's.
Drei Worte, die den Film zusammenfassen: Überwältigend. Faszinierend. Grandios.
10/10