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Dieser Film entstand wie so viele im Sog der Jahrtausendwende, ist aber einer der besseren! „Lost Souls“ vermischt im Wesentlichen die Story von „Der Exorzist“ und „Das Omen“ mit der Atmosphäre von „Stigmata“! Ben Chaplin spielt hier nicht die böse Verkörperung des Teufels, sondern das Opfer, das die Reinkarnation verhindern will! Dies hebt sich positiv von den anderen Filmen ab! Janusz Kaminski, Haus-Kameramann von Steven Spielberg u.a. bei „James Ryan“ und „Schindlers Liste“, legt mit Lost Souls ein atmosphärisch dichtes Regiedebut vor, das vor allem durch die hervorragende Kameraführung und die blasse Farbgebung lebt. Hier sieht man Kaminskis Ursprung als Kameramann deutlich! Die Hauptdarsteller spielen überzeugend und die Schockeffekte sind durchaus auch als solche zu bezeichnen!
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Das übersinnliche Kino ist in der letzten Zeit wieder im Kommen: End of Days, Bless the Child und wie diese Nachmacherfilmchen alle heissen mögen. Lost Souls ist leider auch kein Film, der das Rad neu erfindet, dazu ist er viel zu postmodern. Aber die Umsetzung des Themas Exorzismus, Aberglaube und Übersinnliches ist dezent gemacht und mit wenig Schnickschnack gelungen. Besonders auffallend sind die Kamerafahrten, die den ganzen Film durchziehen, und die einzelne Szenen verzerrt wiedergeben. Das erzeugt viel Flair und man hat manchmal den Eindruck, in einem Low-budget Film zu sitzen, dem das Geld für das Zelluloid ausgegangen ist. Alles in allem: gute Effekte (Stan Winston), gute Schauspieler (Winona Ryder), manchmal eine etwas konfuse Handlung, aber die wird wieder wettgemacht. Das Ende erinnert an End of Days, ist aber mit viel mehr Feinheit inszeniert. Den Namen dieses Regisseurs wird man sich merken müssen.