Ach ja die 80er Jahre...
In kaum einem Jahrzehnt wurde in Actionfilmen mehr Patriotismus gezeigt wie in diesem. Glorifizierte Actionszenen während im Hintergrund heroische Musik aus den Boxen strömt waren genauso unverzichtbar wie markige Sprüche des Helden bevor er die Gegnerhorden ohne größere Probleme niederstreckte.
Der 1986 entstandene "Delta Force" kann man da ganz klar als ein Paradebeispiel sehen.
Als ein amerikanisches Passagierflugzeug nach Beirut entführt wird, bleibt dem US Präsidenten keine Wahl, er muss seine härtesten und besten Männer zur Rettung schicken.So wird die unter der Leitung von Colonel Nick Alexander ( Lee Marvin) stehende Delta Force gerufen um die entführen Geiseln zu befreien. Einer der taffesten Männer dieser Einheit ist Scott McCoy ( Chuck Norris), der sich eigentlich schon zur Ruhe gesetzt hatte....
Der von Menaham Golan realisierte "Delta Force" ist ein Actionfilm wie er heutzutage wohl niemals gedreht werden würde. Politisch unkorrekt, kitschig, über alle Maßen patriotisch und voller unglaubwürdiger Actionszenen.
Doch stört das? Meiner Meinung nach: nein. Denn so waren sie nunmal die 80er. Wie auch schon in dem zwei Jahre zuvor entstandenen "Missing in Action" prügelt und ballert sich Chuck Norris durch einen Film welchem man ganz klar anmerkt das er in einer Zeit entstand in welcher Ronald Reagan Präsident der Vereinigten Staaten war.
Amerikanische Wappen werden in Nahaufnahme in die Kamera gehalten, die amerikanischen Helden der Delta Force werden stets durch heroische Musik ( von Alan Silvestri) begleitet und die Bösewichte werden erbarmungslos als üble Burschen hingestellt.
Natürlich könnte man sich darüber aufregen, aber es ist nunmal nur ein Film.
Vom Handwerklichen Standpunkt macht Golan keine Fehler. So schafft er es ,den für Genreverhältnisse ziemlich langen Film, ohne größere Längen zu inszenieren, wobei man sagen muss das man einige Szenen doch etwas hätte straffen können. So wird meines Errachtens einigen Nebendarstellern etwas zuviel Screentime gegeben während die Action etwas zu kurz kommt.
Es wird sich viel Zeit dafür genommen die Story zu entwickeln, die Intentionen der Terroristen zu erklären und einigen Charakteren tiefe zu verleihen. In der zweiten Hälfte des Films gehts dann in Sachen Action rund.
Wie für Cannon üblich dürfen sich Fans des Genres über ansehnliche Explosionen und einen hohen Bodycount erfreuen.
Zwar sind die Einschüsse nicht sonderlich blutig, dafür wird hier mit allem rumgeschoßen was sich dafür einigt. Maschinengewehre, Bazookas und sogar ein mit Raketenwerfern präpariertes Motorrad kommen hier zum Einsatz.
Prügeln darf sich Chuck Norris dabei eher weniger, aber wenn er dann man die Fäuste schwingt sieht das solide aus.
Neben den beiden Hauptdarstellern Lee Marvin und Norris darf sich der Genrefreund zudem über einige bekannte Gesichter Freuen.
So sind unter anderem Namen wie Robert Forster, Bo Svenson und Robert Vaughn genauso mit an Bord wie der durch die "American Fighter"-Filme bekannte Steve James.
Während die Rollen von Vaughn, Svenson und James eher kleiner sind macht Robert Forster als Hauptbösewicht eine gute Figur.
Lee Marvin spielt auf gewohnte Niveau und Chuck Norris zeigt gewohntes, wobei man wohl kaum sagen kann das hier Schauspielerisches Talent vorhanden ist.
Fazit:
"Delta Force" ist ein typischer 80er Jahre Actioner der zwar etwas zu patriotisch geraten ist,aber Actionfans durchaus gefallen dürfte. Die lange Laufzeit von mehr als zwei Stunden wirkt niemals zu zäh und in der zweiten Hälfte krachts hier und da recht ordentlich.
7 Punkte